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Sauerstofflangzeittherapie |
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Einleitung: Es gibt viele Patienten, ob mit Mukoviszidose oder anderen Lungenerkrankungen, die irgendwann vielleicht an einen Punkt kommen, wo es ohne zusätzliche Sauerstoffgabe nicht mehr funktioniert. Die Sauerstoffversorgung der Organe, der Muskulatur, ja des gesamten Organismus ist so unzureichend, daß die Ärzte zu Sauerstoff raten. Je nachdem wie die Blutwerte sind, wie die Unterversorgung ist, wird dazu geraten sich mindestens nachts zusätzlich mit Sauerstoff zu versorgen, oder auch 24 Stunden, also rund um die Uhr. Seit Mai 1997 hat sie rund um die Uhr zusätzlich Sauerstoff. Diesen bekam sie während eines vier monatigen Klinikaufenthalts in der Kinderfachklinik Satteldüne. Weil es ihr dementsprechend schlecht ging, konnte sie sich nicht dagegen wehren und hat es vom ersten Tag an akzeptieren müssen. Sie hat damals eine große Sauerstoffdruckflasche zum schieben bekommen. Nach ein paar Wochen ging es schon recht gut mit dem Sauerstoff. Schwierig ist es erst geworden, als sie das erste Mal mit ihrem "neuen Freund" unter Leute mußte. Sie hatte in der Klinik Besuch bekommen. Als sie diesen bei der Abreise zur Fähre bringen wollte, bekam sie das erste Mal ein Flüssigsauerstoffgerät mit, weil sie mit der Druckflasche ja nicht "um die Häuser ziehen" konnte. Das war ein angenehm gutes Gefühl. Doch sie ist irgendwie ewig ins stolpern gekommen. Sie meinte, es sei weil sie so aufgeregt war. Als sie irgendwann die Straßenseite wechseln mußte, stand sie auf der Straße..... und wußte absolut nicht wie sie den Gehsteig erklimmen sollte. Sie konnte keine Stufen gehen....... Durch das lange Liegen in der Klinik, und weil sie später ja immer ihre Sauerstoffflasche vor sich her geschoben hatte, konnte sie keine Treppen mehr laufen. Es ging dann, mit Rücksprache der Krankenkasse, der sie ihr Problem persönlich vorgetragen hatte, sehr schnell, daß sie für sich selbst einen Flüssigsauerstofftank in die Klinik bekam. Da sie sehr schnell gemerkt hat, daß ihr der Sauerstoff total gut tut, war es für sie überhaupt keine Frage diesen 100%ig zu akzeptieren, und hat ihn ab dato auch nicht wieder runter getan. Sicher ist es "draußen in der Welt" noch mal anders gewesen. Denn dort sieht man es nicht alle Tage, daß da jemand mit einem Schlauch im Gesicht herumläuft. Doch es ist ja nur die Angst des Ungewissen, das Fremde, was die Passanten hin starren läßt. Wenn man sich dies vor Augen hält, ist es gar nicht mehr so schlimm. Inzwischen weiß sie, ein freundliches Lächeln und die Leute fragen manchmal sogar, was mit ihr ist. Außerdem ist es ihr irgendwann zu lästig geworden, daß nach über eineinhalb Jahren, immer noch vereinzelt Leute aus ihrem Bekanntenkreis gefragt haben, ob ihr es denn jetzt schlechter gehe, weil sie diesen Schlauch jetzt immer tragen müsse. Dabei hatte sie ihn bei so manchen Treffen zuvor aus Schikane nur zeitweise runter getan. Diese Rechtfertigungen waren bald schlimmer, als den Schlauch kontinuierlich zu tragen, und ab und zu Fremden Rede und Antwort zu stehen. Außerdem hat sie festgestellt, gibt ihr der Schlauch sehr viel Sicherheit. Wenn sie z. B. im Kaufhaus an der Kasse mal nicht so schnell sein kann, dann ist dieses dank ihres Schlauchs entschuldigt. Sie weiß, würde sie die Nasensonde nicht tragen, würde man ihr nicht ansehen, wie schwer krank sie ist und sie würde mit Sicherheit in der heutigen hektischen Welt nicht so gut bestehen können..... |