| Im September 2001 fuhr ich zum ersten mal nach St. Peter
Ording zur Kur. In der BFA Klinik auf Borkum hatte es Veränderungen gegeben,
so dass ich mich in diesem Jahr für
St. Peter Ording entschied.
Meine Anreise war wie immer sehr lange. Das mehrmalige umsteigen, von Zug zu
Zug ist schon etwas anstrengend.
In St. Peter Ording am Bahnhof angekommen, wurde ich von einen Kleinbus oder
einem Taxi (weis nicht mehr genau) kostenlos zur Klinik gebracht.
Die Dame am Empfang der Klinik war sehr freundlich und sie erklärte mir
schon mal vorab ein wenig. Anschließend wurde ich von einem Pfleger auf mein
Zimmer gebracht. Meine Koffer und ein sehr schönes Zimmer warteten schon auf
mich. Das Zimmer war mit einem Fernseher und Telefon ausgestattet. Das Meer
konnte man vom Balkon aus ein wenig erkennen, da es sehr weit weg war. Nach
kurzer Zeit kam eine Schwester und brachte mir die wichtigsten Sachen, die
ich für meine tägliche Therapie benötige wie Inhaliergerät, Vaporisator und
das ganze drum und dran wie Spritzen und und und. Für Nachschub wurde immer
gesorgt man brauchte gar nichts zu sagen.
Gleich hatte ich auch schon mein Aufnahmegespräch und eine kurze
Untersuchung. Einen nächsten Termin beim Stationsarzt bekam ich auch gleich
für den nächsten Morgen.
Jetzt kam erst mal das Vergnügen dran und ein leckeres Abendessen. Der
Speisesaal ist von 17.30 Uhr bis 18.30Uhr geöffnet und es gab ein
umfangreiches Büffet.
Was ich allerdings nicht so schön fand war, dass es dort keinen extra Tisch
für CF-ler gibt, man ist verteilt und sitzt irgendwo mit bei anderen
Mitpatienten zusammen. Die Patientin gegenüber von mir sollte strengst Diät
halten und auf die Kalorien achten und ich dagegen sollte ja zunehmen. Das
war mir immer ziemlich unangenehm und das Essen machte mir so auch nicht
recht Spaß, vor allem weil sie das bei fast jedem dritten Satz erwähnte.
Nach 2 Wochen ließ ich mich dann versetzten, sonst hätte ich wahrscheinlich
auch noch abgenommen.
Das Frühstücksbüffet gab es von 7:00 Uhr bis 9:00 Uhr und zur Mittagszeit
von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr gab es 2 Gerichte zur Auswahl. Eine
Zwischenmahlzeit oder einen großen Sack voll Süßigkeiten konnten wir CF-ler
uns aussuchen. Ich entschied mich für die Süßigkeiten :-)) und eine kl.
Kanne Scandy Shake täglich zum Mittagessen.
Getränke nach Wahl gab es ebenfalls für die CF-ler, diese bekam man auch
aufs Zimmer gestellt.
Einmal hatten wir ein gemeinsames Kaffeekränzchen mit dem Chefarzt, den KGs,
Diätassistentin und den anderen 3 Cf-lern. So bekam ich dann die anderen 2
Mitstreiter(innen) auch einmal zu Gesicht - der dritte war ja ein Freund von
mir, den ich aber auch nur zu den Abendstunden sah.
Mein erstes Gespräch mit dem Stationsarzt war sehr nett und vor allem hatte
er sehr viel Wissen über CF. Ich war sehr überrascht das es dort ganz anders
abläuft wie ich es sonst auf Kuren gewohnt war. Hier gibt es keine CF-Gruppe,
es sind meistens nur 2-3 oder auch weniger Cf´ler gleichzeitig in der
Klinik, und alle Therapien erfolgen einzeln. Sie bevorzugen Einzeltherapien,
wegen der Keimansteckung. Was mich total begeistert hat war, dass sie sogar
das Abflussrohr vom Waschbecken auf den CF - Zimmern beim Patientenwechsel reinigen,
oder sogar auswechseln.
Mein Therapieplan wurde dann mit Absprache des Arztes meines momentanen
Gesundheitszustand entsprechen verabredet. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir
gesundheitlich und psychisch nicht besonders gut. So wollte mir der Arzt
auch nicht viel Therapie verordnen.
Täglich bekam ich 1 Stunde Einzelkrankengymnastik. Die KG´s sind meiner
Meinung nach in St. Peter Ording spitzen Klasse. Noch nie hatte ich so eine
gute und CF-Erfahrene KG. Mir wurde vieles gelehrt und die Behandlungen
waren sehr intensiv darum hatte ich das Gefühl, sie waren sehr erfolgreich.
Auch die Massagen, die ich jeden 2. Tag bekam taten mir super gut.
Ein Geräteraum mit Betreuung stand für uns auch zur Verfügung. In diesem
Jahr hatte ich aber nur mit dem Ergometerfahrrad das Vergnügen.
Meine Anwendungen waren sehr eingeschränkt, denn ich verbrachte die ersten 2
Wochen viel im Bett, da ich einen Infekt hatte.
Leider ist das Meer sehr weit weg von der Klinik und man muss sehr lange
laufen um dort anzukommen. Für diejenigen, die das zu Fuß nicht mehr
schaffen, gibt es aber vom Haus aus die Möglichkeit dort hingebracht zu
werden.
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Ist es vom Wetter mal nicht so toll, kann man sich auch im
Haus gut beschäftigen. Es gibt dort eine schöne Cafeterria, in der sogar ein
Computer steht. Man kann - nach stundenlangen Warten - dann das Internet
kostenlos benutzen.
Ein Billardraum und eine Tischtennisplatte gibt es auch,
Oder man nutzt einfach das Schwimmbad.
In der Innenstadt gibt es einiges zu sehen, auch gute Cafes und Kneipen.
Besonders hat mir das "Big Ben" Tanzlokal gefallen. Dort gab es jeden
Mittwoch den Karaokeabend, der immer sehr lustig war. Ich sang dort auch
einige Male und gewann einen großen Fanclub. An einem Mittwochabend bekamen
wir eine Stunde länger Ausgang, weil mein Auftritt im Big Ben sogar gefilmt
wurde. Die halbe Klinik war anwesend. Das war für mich auch eine schöne
Abschiedsfeier, denn die 4 Wochen Kur waren dann auch schon wieder zu Ende. |
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Im allgemeinen hat es mir schon gefallen ,aber ich möchte
doch lieber wieder meine Kur mit vielen CF-lern verbringen. Man kann sich
austauschen, sich gegenseitig anspornen und hat einfach mehr Spaß - das
habe ich dort sehr, sehr vermisst.
St. Peter Ording kann ich besonders denen empfehlen, die durch Kontakte mit
CF-lern angst oder bedenken haben. Medizinisch kann ich diese Klinik vollstens empfehlen!!
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