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Sie ist halt eine Kämpferin.
Selbstbewußt und mit der Gewißheit vertraut,
daß sie ein Leben auf Zeit führt - wie wir alle.
Doch anders als den meisten Menschen ist ihr dieser "geborgte"
Aufenthalt in unserer Mitte bewußt. Vor allem seit dem Frühjahr
dieses Jahres. Es war der 8. Mai1997, als sie nach Amrum in der Klinik
kam. ....... "Von der ersten Woche weiß ich nichts mehr
richtig",
sagt sie mit tränenerstickter Stimme. Ihre Chancen, diesen akuten
Krankheitsschub zu überstehen, waren sehr gering. Am 17. Mai holten
die Ärzte Christines Eltern - es ging immer weiter bergab, aber in
eine andere Klinik wollte sie nicht. Auf Amrum, in diesem ihr so
gut bekannten Krankenhaus, hat sie sich sicher gefühlt. Außerdem,
stellt sie unvermittelt fest, "ich habe mein Leben gelebt, dann
sterbe ich eben." Nicht, daß die diesen Augenblick herbeigesehnt
hat, doch sie hatte unvorstellbare Schmerzen. "Alles tat mir weh,
außerdem habe ich keine Luft bekommen. Ich habe doch überhaupt
nicht mehr gewußt, wie Atmen überhaupt funktioniert. Ich habe
meinen Kopf auf den Bauch der Krankengymnastin gelegt, um zu fühlen
wie atmen geht." Es waren schwere Tage an denen ein Pastor und ihre
Mutter ihr die Hände drückten, als sie nicht wußten, ob Christine
das Zimmer noch mal laufend verlassen kann. "Irgendwann habe ich
diese
Ruhe die kam akzeptiert. Es war toll, denn zeitweise habe ich
gespürt, wie leicht alles ist. Ich habe keine Schmerzen mehr
gehabt."
Ihre Krankengymnastin, Frau Jung, der sie eigenen Worten zufolge
unheimlich viel zu verdanken hat, stand ihr die ganze Zeit bei.
"Die
schafft das , die packt es, seht doch wie ihr Herz arbeitet...."
Diese Worte von Frau Jung waren das erste, was Christine
registrierte, als sie ins Leben zurück fand. Zurück im Leben änderte
sie ihre Zukunft. Die rief ihren Mann an und erklärte ihm, daß sie
nicht
wieder zu ihm und in ihr Geschäft nach Bayern zurückkehren wird.
Ein beklemmendes Gefühl wich von ihr. Und noch etwas ließ sie in dem
Bett zurück: Ihre ablehnende Haltung gegenüber Transplantation.
Sagte Christine vor ihrem Krankenhausaufenthalt auf Amrum noch definitiv
"nein" zu einer Transplantation, die lebensrettend sein kann,
empfindet
sie jetzt ganz anders. "Ich habe angeklopft, aber Er hat mich
weiter
geschickt. Nun denke ich , alle medizinischen Möglichkeiten sollten,
wenn sie schon vorhanden sind, vollkommen ausgeschöpft werden. Denn
wenn
Er es als ethnisches Problem sähe, würde er nicht gestatten, das die Ärzte
so viel auf diesem Gebiet schaffen."
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