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Eindrücke von der
LVA Klinik auf Borkum |
| Im letzten Jahr 2002, August bis September war ich zur Kur in der LVA auf Borkum. Die Insel bei gutem Wetter ist sehr schön, obgleich nicht ganz billig. Hier und da kostet eine Postkarte schon einen Euro, na ja der Rest ( 1 Hefeweizen 4 Euro.. etc. ) muss ja auch nicht sein. Nun denn, der Empfang war erst mal alles andere als herzlich, ich bekam einen Schlüsselbund in die Hand, eine spärliche Wegbeschreibung und schon ging's los mit der Erkundung der Räumlichkeiten. Das Zimmer gefunden..., ja wie in einem Hotel, Fernseher am Bett und Blick aufs Meer, nicht schlecht, wenn doch nur der Empfang etwas netter gewesen wäre. Auf dem Tisch stand ein kleiner Teller mit Obst und einem Keks, aber nichts zu trinken. Das Leitungswasser ungenießbar. Okay, erst mal in die Stadt. Den Durst gestillt, ging ich wieder zurück zur Klinik. Irgendwo musste doch die Küche sein. Ich fragte mich durch, und siehe da, ja zu Essen gab es reichlich, auf dem Zimmer lag eine Essenskarte mit einem besonderen Vermerk für CF-ler. Sozusagen einen Freischein für Essen ohne Einschränkungen. Ich traf dann auch endlich ein paar weitere Mukoviszidosepatienten ( es waren sieben ), die mich erst mal über die Gegebenheiten in der Klinik aufklärten. Alles in allem, schien es ein richtiger Urlaub zu werden. ( aber mehr auch nicht ). Therapie gab es keine, jedenfalls keine spezielle Mukoviszidosetherapie. Geboten wurden lediglich klassische Massagen, ein bisschen Fango und ab und zu spazieren gehen mit der Aushilfs-KG am Strand. Ach ja, eine Emphysemgymnastik wurde auch geboten. ( zweimal während der vier Wochen ). Dinge wie ' Autogene Drainage ' waren nicht bekannt. Ach ja, es gab so ein Vibrationsgerät, ein sehr altes Modell , damit konnte man sich 10 Minuten den Rücken vibrieren lassen. ( ziemlich einfach für die KG ) Die einzige Therapie die mir genützt hat, war das Krafttraining in einem nahe liegenden Fitnesscenter, welches ich aber allein besuchte und auch extra bezahlen musste ! Ich habe dann mal den Chefarzt Dr. Resler gesprochen und auch ein wenig Kritik geübt. Hat dieser Mann sich doch einen Namen gemacht, in dem er sich angeblich so für CF - Patienten engagiert !? Ich habe davon jedenfalls nichts mitbekommen. Ärztlich betreut ( wenn man überhaupt von Betreuung sprechen darf )wurde ich von einem Arzt, der nur aushilfsweise saisonbedingt dort arbeitete. Gut fand ich aber das dieser mich darauf hingewiesen hat, so wusste ich wenigstens das ich nichts erwarten konnte was meine gesundheitliche Situation betraf. Diese war Gott sei dank ziemlich stabil, ansonsten hätte ich dort wohl nichts verloren gehabt. Das mag jetzt alles sehr negativ klingen, aber mich persönlich hat diese Klinik schwer enttäuscht, zumal ich Vergleiche mit Amrum ziehen kann. So wurde nicht mal Sputum untersucht, das wäre doch aller erstes Gebot gewesen. Nun denn, im Abschlußbericht stand jedenfalls nur Gutes, so habe ich 9 mal die Sauna besucht ???? 11 mal das Schwimmbad ???? und vieles mehr, was definitiv nicht stimmte! Immerhin kostet eine solche Kur der Krankenkasse ca. 3700 Euro. Ich finde dafür kann man doch ein wenig mehr erwarten !! Nun denn, ich habe das Beste daraus gemacht, hab mich viel am Strand und auf den Partys aufgehalten. Hab dann auch wohl etwas an Gewicht zugenommen und ging sonnengebräunt nach Hause. Resümee: Wer einen bezahlten Urlaub machen will und einigermaßen gesundheitlich stabil ist, für den kommt eine Kur auf Borkum durchaus in Frage. Allen anderen kann ich nur abraten. Ich selbst würde nie wieder dort hingehen. Herbert Meyer |