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Ich bin seit vielen Wochen in dem kleinen Bistro Bedienung und habe auch heute, wie immer, meinen Spaß beim Arbeiten. An Tisch 7 sitzen die langweiligen, aufgestylten Boddybuilder, am Stammtisch die Skatspieler und am hinteren Tisch 3 hocken eine Truppe junger Leute, die den ganzen Abend nur am lachen sind. Doch als ich etwas später wieder dazu komme liegt was in der Luft..... ich werde Zeuge eines recht angeregten Gesprächs, wobei es um das Für und Wider der letzten Körperweltenausstellung geht. Dabei wird klar wie unterschiedlich die Meinungen dazu sind.... die große dunkelhaarige am Ende des Tisches ist völlig dagegen und tut dies lautstark kund. Sie erzählt, daß sie KG sei und sich unter anderem auch um eine junge Frau kümmere, ja sagt sie, es sei mehr als behandeln, die kenne sie inzwischen 4 Jahre, und weiß nicht wie lange sie diese Patientin wohl noch behandeln könne. Denn es gehe ihr nicht gut. Sie sei Mukoviszidosepatientin und stehe schon seit fast 3 Jahren auf einer Transplantationsliste, weil sie eine neue Lunge brauche... aber sie, Steffi, habe täglich mehr Angst, daß es zu spät für die junge Frau werden könne... darum sei es viel wichtiger einen Organspender zu sein.....
Die kleine Blonde, etwas dickliche mit der piepsigen Stimme meldet sich da zu Wort, und weiß zu berichten, daß es sehr schön sei miterleben zu dürfen, wenn denn so eine Transplantation geklappt habe. Denn am Sonnabend sei in der Leine Deister Zeitung von einer Christine Schelle aus Banteln berichtet worden, die endlich ein neues Organ bekommen habe...... sie will weiter erzählen und ins Detail gehen, merkt aber, daß Steffi fast umgefallen ist... Steffi hockt da auf ihrem Stuhl, wird abwechselnd rot und dann wieder kalk-blass.... will aufspringen, gerät aber ins wanken.... Tränen fließen ihr über das Gesicht.... "Entschuldigt" sagt Steffi recht aufgeregt, "aber Christine ist doch die junge Frau, von der ich euch eben erzählt habe.... ich, ich brauch jetzt ein Taxi, ich muß dringend telefonieren..... ach Gott ist das schön... entschuldigt mich bitte, ich muß jetzt echt weg." So schnell konnte ich gar kein Taxi rufen wie Steffi weg wollte, und ihre Zeche mußte vor lauter Freude auch einer der Anderen am Tisch übernehmen....
[Sonntag 5. Aug.2001]
Nachtrag
von diesem Abend, dieser Situation, erzählte mir Steffi am nächsten Tag, als sie mich auf der Intensivstation in der MHH besuchte:-)
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